Drei Fragen an… Tanja Graf

© Monique Wüstenhagen

Tanja Graf ist mit Büchern aufgewachsen: Lesen und über Bücher und Autoren zu diskutieren war das Normalste der Welt mit einem Vater, der selbst leidenschaftlicher Lektor war. Nach Buchhändlerlehre und Romanistikstudium war sie viele Jahre Belletristiklektorin bei Piper, später als Mitbegründerin und Verlegerin des Verlags SchirmerGraf spezialisiert auf Wiederentdeckungen von Autoren der klassischen Moderne und auf neue deutschsprachige Literatur. Heute leitet sie das Literaturhaus München und ist davon überzeugt, dass der persönliche Austausch zwischen Autor und Leser – und der Austausch der Leser untereinander – in der Literaturvermittlung von morgen eine noch wesentlich größere Rolle spielen wird.

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Drei Fragen an… Luzia Braun

© Susanne Schleyer

Luzia Braun hatte das Glück, ihre zwei Leidenschaften im Beruf vereinen zu können: Die italophile Journalistin lehrte jahrelang an der Universität Mailand und war später freie Italienkorrespondentin für die Öffentlich-Rechtlichen. Wenn es um Literaturvermittlung im Fernsehen geht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Luzia Braun ihre Finger im Spiel hat: Dem deutschen Publikum ist sie vor allem als Gesicht der ZDF-Kultursendung aspekte bekannt, die sie von 1993 bis 2011 moderierte und seitdem als stellvertretende Leiterin mitgestaltet, und auch für Das Blaue Sofa und das Literarische Quartett ist sie redaktionell zuständig.

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Drei Fragen an… Paul Jandl

© Alva Sjöberg

Paul Jandl und Ernst Jandl sind zwar weder verwandt noch verschwägert, trotzdem ist der gebürtige Wiener Teil der Jury für den Ernst-Jandl-Preis. Juryarbeit, damit kennt sich Jandl aus, saß er schließlich beim Ingeborg-Bachmann-Preis ebenfalls jahrelang in der Jury. Kulturkorrespondent für die Neue Zürcher Zeitung war er auch. Und Lektor beim Jung und Jung Verlag. Ab 2010 gab es ein mehrjähriges Intermezzo als Korrespondent und Kritiker bei der WELT. Seit 2017 ist er als Autor zurück bei der NZZ. Und mehrere Gastprofessuren hatte er inne. Und jetzt der Deutsche Buchpreis. Stellt sich nur noch die Frage: Was mag danach wohl folgen?

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Drei Fragen an… Uwe Kalkowski

© Vera Prinz

Die Zeiten, in denen Literaturblogger gerne nachsichtig belächelt wurden, sind noch nicht allzu lange her. Ein Blogger trägt durch seine in die Tiefe gehenden Texte und sein Engagement in der Literaturszene besonders dazu bei, dass sich dieses Image ändert und bereits geändert hat: Uwe Kalkowski, im Netz auch bekannt als der Kaffeehaussitzer. Seit 1993 ist der Wahl-Kölner in der Buchbranche unterwegs, unter anderem als Buchhändler und seit 2009 als Marketingleiter des RWS Verlags. Mit seinem Blog Kaffeehaussitzer war er 2015 Buchpreisblogger, außerdem gewann er vergangenes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse den 1. Buchblog-Award. Zusammen mit anderen Literaturvermittlern gründete Uwe Kalkowski am 23. April 2018, dem Welttag des Buches, den Verein Literaturszene Köln e.V., der sich auf die Fahne geschrieben hat, das literarische Leben der Stadt sichtbarer zu machen und stärker zu vernetzen.

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Lesekreise lesen Longlist

© Christina Weiß

Lesekreise erfahren eine echte Renaissance – ob im privaten Rahmen, in Cafés oder in Buchhandlungen, in den letzten Jahren finden sich immer mehr begeisterte Leser, die diese beinahe ausgestorbene Tradition wieder zum Leben erwecken. Der Deutsche Buchpreis kooperiert in diesem Jahr erstmalig mit fünf Leseclubs, die sich bis zum 27. Mai unter buchpreis@boev.de unter Angabe der zuletzt diskutierten Bücher, der Anzahl der aktiven Mitglieder und weiteren Angaben bewerben können. Welche Literaturkreise zu den auserwählten Fünf gehören, wird Mitte Juli verraten.

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Drei Fragen an… Christoph Bartmann

© Monique Wüstenhagen

Christoph Bartmann (*1955) ist ein Wiederholungstäter: Vor genau zehn Jahren war er bereits Juror für den Deutschen Buchpreis. Der studierte Germanist arbeitete zunächst als Lektor an der Neuen Universität Lissabon und seit 1988 für das Goethe-Institut, ein Job, mit dem man um die Welt reist: Nach Düsseldorf, Prag, München und Kopenhagen waren seine letzten Stationen New York und seit 2016 das Goethe-Institut in Warschau. Und als wäre das nicht genug, hat Bartmann mehrere Sachbücher bei Hanser veröffentlicht und schreibt für die ZEIT.

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Drei Fragen an… Marianne Sax

© privat

Marianne Sax (*1964) ist ein Büchermensch, wie er im Buche steht. Seit 1990 führt sie den Bücherladen Marianne Sax in Frauenfeld, rund 40 Kilometer von Zürich entfernt. Außerdem war sie acht Jahre lang Präsidentin des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbandes (SBVV). 2016 legte sie das Amt turnusmäßig nieder, an Langeweile ist aber nicht zu denken. Neben ihrer Tätigkeit als Jurorin für den Deutschen Buchpreis ist Sax die Mitorganisatorin des Frauenfelder Bücherfestes und der Aktion „Frauenfeld liest ein Buch“, bei dem dieses Jahr „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky im Mittelpunkt steht und Programmleiterin des Thurgauer Literaturhauses in Gottlieben.

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Drei Fragen an… Christine Lötscher

© privat

Christine Lötscher, 1970 in Zürich geboren, hat bereits jahrelange Buchpreis-Erfahrung gesammelt: Von 2011 bis 2013 war sie Jurorin für den Schweizer Buchpreis. Die freie Kritikerin, die zum Thema „Das Zauberbuch als Denkfigur – Lektüre, Medien und Wissen in der fantastischen Literatur“ promovierte, schreibt unter anderem für den Tages-Anzeiger und die Fachzeitschrift Buch&Maus. Sie war Teil der Sendung „Literaturclub“ im SRF und forscht an der Universität Zürich über Alice im Wunderland und ihre Spuren in der Populärkultur. Zurzeit ist sie Fellow der Kollegforschergruppe Cinepoetics an der Freien Universität Berlin.

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165 Einreichungen aus 105 Verlagen

© Monique Wüstenhagen

Kurz vor Ostern traf sich die Jury in Berlin zum ersten Mal, um sich kennenzulernen und über ihre gemeinsame Aufgabe in den nächsten Monaten zu diskutieren. Der Sommer wird für die sieben Juroren leseintensiv: 105 Verlage haben insgesamt 165 Romane für den Deutschen Buchpreis 2018 eingesandt. Von den eingereichten Titeln stammen 75 aus dem aktuellen Frühjahrsprogramm, weitere 75 werden im Herbst auf den Markt kommen und 15 Titel sind bereits vergangenes Jahr erschienen. Jeder Verlag konnte maximal zwei Titel einreichen, die zwischen Oktober 2017 und dem 11. September 2018 (Bekanntgabe der Shortlist) erschienen sind beziehungsweise erscheinen. Aller Wahrscheinlichkeit wird es nicht bei 165 Büchern bleiben: Die Verlage durften bis zu fünf weitere Romane aus dem eigenen Programm empfehlen. Dabei kamen insgesamt 94 Titel zusammen, die die Jury nachfordern könnte.

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