© Patrick Gerstorfer

Jury 2019: Jörg Magenau

Nicht viele Menschen können von sich behaupten, eine eigene Zeitung ins Leben gerufen zu haben – Jörg Magenau schon: Er gehörte 1990 zu den Mitgründern der Wochenzeitung der Freitag. Weitere Stationen führten ihn später zur taz und FAZ, bis er 2002 begann, als freier Journalist und Kritiker zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Deutschlandradio Kultur und den Tagesspiegel.

Auch als Autor ist Magenau aktiv und verfasste unter anderem Biografien über Christa Wolf und Martin Walser, außerdem „Princeton 66“, ein Buch über die Gruppe 47 – ein wenig sein Steckenpferd – und zuletzt eins über „Bestseller“ mit dem bezeichnenden Untertitel „Bücher, die wir liebten – und was sie über uns verraten“ (2018).

Jetzt geht es ans Eingemachte – entweder, oder? Jörg Magenau entscheidet:

Kaffee oder Tee? Wein!
Bett oder Badewanne? Zug! Jedenfalls aufrecht. Im Liegen schlafe ich sofort ein. Der Zug hat den Vorteil, dass die Zeit zwischen Abfahrt und Ankunft ganz von alleine auf ein Ziel hin orientiert ist und genau deshalb so viel Freiheit lässt. Die braucht man fürs Lesen.
Randnotizen: Arbeitshilfe oder Frevel? Natürlich sind Notizen notwendig. Aber dafür gibt es Notizbücher. Da passt ja auch viel mehr rein als an den Rand der Bücher. Den muss man außerdem umknicken können, und wer Eselsohren braucht, kann nicht auch noch Randnotizen haben wollen.
Effi Briest oder Madama Bovary? Wegen der Kutsche: Madam Bovary.
Neues oder altes Literarisches Quartett? Ich bin fürs „Literarische Trio“. Alle zwei Monate im Berliner Brechthaus.
Skandinavien oder Mittelmeer? Uckermark!
Zug oder Auto? Zug (s.o.). Aber es gibt auch viele gute Gründe für das Auto. Vor allem dann, wenn es sich um einen Diesel handelt. Denn der bläst weniger CO2 in die Atmosphäre. Haben die meisten in ihrer seltsamen Stickoxidfixierung schon ganz vergessen.